Manchmal ist es wie verhext

Guter Gott, manchmal ist es wie verhext:
Nichts gelingt mir,
da sind nur Niederlagen, Enttäuschung,
Verlust und Verrat.
Mir ist, als hätte sich die ganze Welt
gegen mich verschworen.
Und dann, wider aller Erwartung,
doch ein Funke Hoffnung,
ein Licht in der Ferne.
Ich fasse wieder Mut,
beginne wieder an mich zu glauben
und sehe wieder Land.
Lass mich nie so verzweifelt sein,
dass ich es nicht mehr wage, neu anzufangen.

Lächeln

Schon ein Lächeln
kann so viel Schönes bewirken:

Freude geben und Hoffnung schenken,
Mut machen,
Licht in den Alltag tragen …

Herr, wir bitten dich,
schenke uns ein aufmerksames Herz,
damit wir nie jemanden vergebens
auf ein Lächeln warten lassen.

Irmgard Erath

Mauern

Mauern können
Schutz bieten und abwehren.
Zusammenhalten und stützen.
Mauern können aber auch
trennen und isolieren,
fern halten und unüberwindbar sein.
Wo sind diese Mauern in mir;
welche sollte ich einreißen?
Bei welchen Steinen könnte ich beginnen;
aus welchen könnte ich eine Brücke bauen?
Gott, so manche Mauer habe ich in mir aufgebaut,
manche ist zur Macht der Gewohnheit geworden,
zum lieb gewonnenen Vorurteil.
Schenke mir die Kraft zu ihrer Zerstörung.

Christus

Kunstvoll dargestellt
wirst du, Christus,
auf Bildern,
Fresken, Mosaiken,
in Schnitzereien
und Skulpturen.

Lass mich dich aber auch
dort erkennen, wo du
ganz alltäglich bist:
in den Gesichtern
der Menschen
um mich herum,
die hungern, dürsten
oder einsam sind.

Guter Gott

Guter Gott,

an jedem Tag reihen sich Aufgaben und Pflichten
– wie bei einer Kette die Perlen –
eng aneinander.

Lass nicht nur Aufgaben und Pflichten,
sondern auch viele Perlen des Glücks
einen Platz in der Kette meines Lebens finden.

Du magst mich

Du magst mich.

… wenn ich fröhlich bin,
… wenn ich lache,
… wenn ich Freunde treffe,
… wenn ich einsam bin,
… wenn mich niemand versteht,
… wenn ich alles zum Kotzen finde,
… wenn ich bete
… und wenn ich nicht beten kann.

Danke, dass du mich so magst, wie ich bin.

Niemand

Niemand muss die Fehler der Vergangenheit wiederholen.
Niemand muss immer nach hinten schauen.
Nichts muss so bleiben, wie es war.

Ermutige mich, Heiliger Geist, dass ich heute anders lebe,
als ich es gestern getan habe.
Und erfinde du mein Leben an jedem Tag neu.

An vielen Türen

An vielen Türen
gehen wir im Leben vorüber.
Die einen beachten wir kaum.
Wir wissen nicht, was sich dahinter verbirgt.
Vor anderen bleiben wir stehen.
Manchmal klopfen wir an…

Immer aber dürfen wir darauf vertrauen:
Wo du willst,
dass wir eintreten,
wird uns die Türe geöffnet.

Irmgard Erath