Ein gesegneter Moment

Irgendwie hat sich grad die Zeit gedreht.
Mein Hier und Jetzt
wurde im Handumdrehen zu einem
Gestern und Damals.

Eine Erinnerung, ein Geruch, ein bekanntes Stück im Radio
und die Gefühle gehen auf Reisen, die Erinnerungen werden lebendig.
Ich denke an Dich, an Euch, ihr seid schon lange in einer anderen Realität,
aber grad sind wir uns ganz nahe.
Ich denke an Traditionen, Rituale, Dinge, die mich damals genervt haben,
die ich heute vermisse.

Ich erlebe mich Euch heute näher denn je und erfahre es als Geschenk,
die Begegnung mit der Vergangenheit.
Vielleicht bin ich jedem von Euch ähnlicher als ich es je wollte – wie schön.

Ein Moment, der aus der Zeit gefallen ist, ein Moment des berührt seins,
ein Moment zwischen damals und heute, zwischen Kind- und Erwachen sein.
Bleibt doch bitte noch einen Moment,
lasst uns diesen Moment noch eine Weile auskosten,
so nahe waren wir uns lange nicht.

Guter Gott, segne das Gestern und das Heute, Momente wie diese,
gesegnete Moment. Bleib bei uns,
auch wenn wir nicht am selben Ort und in derselben Zeit sind.

Amen.

© Dagmar Ender

Verzeih mir

Lieber Gott, verzeih mir und führe mich auf all meinen Wegen.
Ich lobe dich. Sei mir gnädig und gebe mir jeden Tag zu essen und zu trinken.
Segne du, oh Herr, die Menschen mit ausreichend Nahrung. Besonders jene Menschen, denen es nicht so gut geht.

Ewiger, unser Gott

Ewiger, unser Gott!
Du kennst uns und weißt, wir sind schwach,
die Versuchung ist groß, wir geben ihr nach und sündigen.
Trotzdem sollten wir wissen, wir können jederzeit zu Dir zurückkehren.
Gib uns die Kraft, das auch zu tun.

Jüdische Weisheit

Wir kennen deine Macht

Gott! Wir kennen Deine große Macht. Wir gehören Dir. Auch wenn wir sündigen, sind wir Dein. Wenn wir uns das tief einprägen, werden wir uns nicht mehr von Dir entfernen. Dann erkennen wir eher Deine Macht und Deine Gerechtigkeit.

Aus den Schriften des Qumran

Hoffnung

In welchen Wüsten rufen wir, in der Hoffnung auf Gehör,
in der Hoffnung auf Veränderung, in der Hoffnung auf ein Wunder?
In welchen Wüsten suchen wir, in der Hoffnung auf Verbündete,
auf Liebe, in der Hoffnung auf Vergebung?
In welchen Wüsten weinen wir, Tränen der Einsamkeit, der Trauer der Angst, in der Hoffnung auf Zuversicht, Nähe und Erlösung?
In welchen Wüsten schreien wir, weil wir Angst, Schmerz und Leid nicht mehr ertragen, in der Hoffnung auf Gerechtigkeit, Heil und Zuversicht.
In diesen Wüsten treffen wir Dich oh Herr, denn Du bist uns vorausgegangen, mit Deinen Wüstenerfahrungen. Wie Johannes hast auch du gelitten, geweint, gehadert, bist an Deine Grenzen gestoßen und bist gewachsen durch Gott unseren Herr. Amen

© Dagmar Ender

Gott begleitet mich

Wenn ich einkaufe,
wenn ich spazieren gehe,
wenn ich mich mit Freunden treffe,
wenn ich einen Krankenbesuch mache,
wenn ich über Witze lache,
wenn ich Sport treibe,
wenn ich arbeite,
wenn ich in den Gottesdienst gehe,

du, lieber Gott, du bist immer dabei.
Wie würdest du die Liste ergänzen? Was machst du bei dem Gott dich begleitet?