Gott, Güte!
Du siehst mich an
und ich fühle Sonne auf meiner Haut.
Ich fühle Liebe in mir
und ich bin so dankbar,
dir, dem Allmächtigen.
Mein Gott, Jesus!
Mein Gott, Jesus!
Verlangst du wirklich von mir,
immer wieder zu verzeihen;
die rechte Wange hinzuhalten,
wenn auf die linke geschlagen wurde;
dem Schwachen hinterherzulaufen,
um ihm Beistand anzubieten;
Vertrauen zu fassen, so blind,
wie ein Kind Vater und Mutter anhängt?
Das kann doch nicht mehr gelten heute!
Das kannst du doch nicht im Ernst erwarten!
Das darf doch nicht wahr sein!
Das geht doch heute nicht mehr!
Miteinander
Herr, ich bitte dich:
Nimm die Vorurteile aus unseren Herzen,
damit wir überwinden, was uns trennt.
Nimm die Ängste aus unseren Herzen,
damit wir einander vertrauen.
Nimm die Gleichgültigkeit aus unsere Herzen,
damit deine Liebe uns einen kann.
Ich könnte platzen vor Freude
Gott, ja mein Gott!
Es ist unvorstellbar, es geht mir so gut!
Ich danke dir für mein Leben,
für all das Schöne und Gute,
das ich erlebe.
Lass mich überströmen auf andere
und deren Leben beglücken!
Ich rege mich auf
Ich rege mich auf über
einen verregneten Tag,
ein ödes Fernsehprogramm,
einen unberechtigten Elfmeter,
eine schlechte Beurteilung,
ein umfangreiches Projekt auf der Arbeit,
nervende Kollegen,
uneinsichtige Chefs,
andersartige Mitmenschen.
Andere klagen über
unzureichende Ernährung,
unmenschliche Arbeit,
ernüchternde Zukunftsaussichten,
mangelnde Zuneigung,
chronische Schmerzen,
zermürbende Einsamkeit,
bittere Armut,
verzehrende Heimatlosigkeit,
himmelschreiende Unrecht.
Gott, wie groß ist die Kluft geworden
zwischen ihnen und mir,
dass ich dem Dank die Klage vorziehe
und die Augen vor dem verschließe,
was wirklich drängt in unserer Welt.
Am Ende des Tages
Mir ist es geglückt
Gott, du meine Stärke!
Danke für das Glück, das ich habe!
Danke, dass mein Können zum Erfolg geführt hat!
Halte mich in deiner Liebe und lass mich über mich selbst hinweg die anderen sehen!
Ich kann mich nicht beherrschen
Gott, du bist Liebe und Güte,
ich bin unbeherrscht,
habe mich nicht im Griff.
Gib mir Mut, mich zu entschuldigen,
und die Kraft, das wieder gutzumachen,
was ich zerstört habe!
Guter Gott!
Guter Gott!
Wenn alle Dämme brechen,
Werte sich verkehren,
alles ins Wanken gerät
was mir bisher lieb und teuer,
wichtig und wertvoll war,
dann brauche ich dich umso mehr,
damit du meinem Leben Richtung gibst,
wie ein roter Faden,
der mir bei der Orientierung hilft.
Nicht hin und her geweht wie eine Fahne im Wind,
sondern aufrecht und selbstbewusst
will ich durch mein Leben gehen – mit dir.
Abschied nehmen
Abschied nehmen
von Menschen,
von Sicherheiten,
von Vertrautem,
von Gewohntem,
ist schmerzhaft.
Abschied nehmen
bedeutet aber auch
Chancen wahrnehmen,
anderes entdecken,
Neues wagen,
sich verändern.
Wer sich der Zukunft nicht öffnet,
missbraucht die Gegenwart
und verachtet die Vergangenheit.
Gott, du bist der Garant aller Zukunft!
Nichts brauche ich zu fürchten,
wenn es auch für mich einmal heißt,
Abschied zu nehmen.