Christus

Kunstvoll dargestellt
wirst du, Christus,
auf Bildern,
Fresken, Mosaiken,
in Schnitzereien
und Skulpturen.

Lass mich dich aber auch
dort erkennen, wo du
ganz alltäglich bist:
in den Gesichtern
der Menschen
um mich herum,
die hungern, dürsten
oder einsam sind.

Mauern

Mauern können
Schutz bieten und abwehren.
Zusammenhalten und stützen.
Mauern können aber auch
trennen und isolieren,
fern halten und unüberwindbar sein.
Wo sind diese Mauern in mir;
welche sollte ich einreißen?
Bei welchen Steinen könnte ich beginnen;
aus welchen könnte ich eine Brücke bauen?
Gott, so manche Mauer habe ich in mir aufgebaut,
manche ist zur Macht der Gewohnheit geworden,
zum lieb gewonnenen Vorurteil.
Schenke mir die Kraft zu ihrer Zerstörung.

Jesus

Jesus, du hast den Menschen
viel von Gott erzählt und ihnen geholfen.
Viele sind durch dich froh geworden.
Das ärgerte die Leute, die nicht glauben konnten,
dass du Gottes Sohn bist.
Deshalb haben sie dich gefangen und zum Tod verurteilt.
Viele Schmerzen hast du gelitten, ehe du am Kreuz gestorben bist,
damit wir den Weg zu dir finden.
Danke für deine Liebe.

© Margrit M. Boos

Ein Lächeln

Schon ein Lächeln
kann so viel Schönes bewirken:
 
Freude geben und Hoffnung schenken,
Mut machen,
Licht in den Alltag tragen …
 
Herr, wir bitten dich,
schenke uns ein aufmerksames Herz,
damit wir nie jemanden vergebens
auf ein Lächeln warten lassen.
 
© Irmgard Erath

Guter Gott, manchmal ist es wie verhext:

Nichts gelingt mir,
da sind nur Niederlagen, Enttäuschung,
Verlust und Verrat.
Mir ist, als hätte sich die ganze Welt
gegen mich verschworen.
Und dann, wider aller Erwartung,
doch ein Funke Hoffnung,
ein Licht in der Ferne.
Ich fasse wieder Mut,
beginne wieder an mich zu glauben
und sehe wieder Land.
Lass mich nie so verzweifelt sein,
dass ich es nicht mehr wage, neu anzufangen.

Glaube und Vertrauen

Herr, schenke uns die Gnade,
den Glauben aneinander und
das Vertrauen zueinander nie zu verlieren.

Herr, lass unsere Liebe lebendig bleiben.
Schenke uns die Gnade, einander genügend
Freiheit zuzugestehen und dabei doch immer
ein Herz und eine Seele zu sein.

Nach langem Weg

Herr, ich bin müde.
Ein langer Weg liegt hinter mir.
Ich fühle, dass das,
was mein Zuhause war,
mir nicht für immer Heimat sein kann.
 
Herr, ich bin müde.
Und doch fühle ich den Halt,
den der Glaube mir gibt.
Ich spüre die Kraft,
die von der Hoffnung ausgeht.
Ich fühle die Zärtlichkeit,
mit der deine Liebe mich führt.
 
Herr, dafür danke ich dir.
 
© Irmgard Erath

Mein Gott, Jesus!

Mein Gott, Jesus!
Verlangst du wirklich von mir,
immer wieder zu verzeihen;
die rechte Wange hinzuhalten,
wenn auf die linke geschlagen wurde;
dem Schwachen hinterherzulaufen,
um ihm Beistand anzubieten;
Vertrauen zu fassen, so blind,
wie ein Kind Vater und Mutter anhängt?

Das kann doch nicht mehr gelten heute!
Das kannst du doch nicht im Ernst erwarten!
Das darf doch nicht wahr sein!
Das geht doch heute nicht mehr!

Miteinander

Herr, ich bitte dich:

Nimm die Vorurteile aus unseren Herzen,
damit wir überwinden, was uns trennt.

Nimm die Ängste aus unseren Herzen,
damit wir einander vertrauen.

Nimm die Gleichgültigkeit aus unsere Herzen,
damit deine Liebe uns einen kann.