Mittendrin

Lieber Gott,
es ist Abend und ich habe ein paar Minuten Zeit für Dich. Ich sammle meine Gedanken und bringe vor Dich, was mich bewegt.
Mein Gebet und Du: Mittendrin.
Die Nachrichten sind wieder etwas hoffnungsvoller, aber immer noch passiert so viel Schreckliches auf der Welt: Kriege und Gewalt, Flüchtlingselend und Hoffnungslosigkeit. Ich leide an meiner Ohnmacht, ich würde gerne mehr tun.
Die Weltpolitik und Du: Mittendrin
Auf meinem Schreibtisch häufen sich die Papierberge. So viel, was noch erledigt werden muss. So viel, was ich gerne tun würde.
Meine Arbeit und Du: Mittendrin
Am Arbeitsplatz passiert zu viel auf einmal, es bleibt so wenig Zeit, die Gedanken zu sortieren, in Ruhe ein Gespräch zu führen und über gute Lösungswege nachzudenken. Alles soll sofort entschieden und erledigt werden, am besten vorgestern.
Meine Kollegen und die Menschen, die mir anvertraut sind und Du: Mittendrin
In der Familie bleibt zu wenig Zeit füreinander. Ich denke an meine alte Mutter, die nicht in meiner Nähe wohnt und an die Söhne, die schon ihr eigenes Leben führen. Meine Gedanken sind oft bei ihnen. Ich bete, dass du sie behütest und mit deinem Segen begleitest.
Meine Familie und Du: Mittendrin.
Draußen ist es Frühling. Die Kirschblüte im Schlossgarten hat begonnen, am Haardtrand leuchten die Mandelblüten. In meinem Garten herrscht noch Winterschlaf. Nur eine Narzisse blüht schon fröhlich gelb. Morgens zwitschern die Vögel lauter.
Die Natur um mich herum und Du: Mittendrin.
Danke für mein Leben, in dem Du mittendrin bist.
Amen.

Hanna Schwichtenberg

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